20.2.08

Die Definition von Philosophie bei PhilLex - und: warum Philosophie nicht zu menschbezogen definiert werden sollte

Bei PhilLex wird Philosophie, allgemein, folgendermaßen beschrieben bzw definiert:

"Heute bezeichnet man als Philosophie jede theoretisch begründete Anschauung vom Weltganzen, der Stellung des Menschen im Weltganzen, der Werte, der Erkenntnis- und Handlungsmöglichkeiten des Menschen sowie seiner Rechte und Pflichten.
Die Fragen nach der Abgrenzung des Gegenstandsbereichs und nach der Gültigkeit von Argumenten und Theorien sind philosophische Fragen ist.
Die Philosophie setzt die Einzelwissenschaften voraus. Die Einzelwissenschaften brauchen die Philosophie zur Begründung ihrer allgemeinen, mit anderen Wissenschaften gemeinsamen Begriffe und Methoden."

Quelle: http://www.phillex.de/philos.htm - 19.2.2008

Diese Definition kommt einer allgemein-umfassenden Definition des Phänomens Philosophie bereits sehr nahe - näher vielleicht sogar, als die meisten Definitionen.
Leider jedoch, weist sie einige Schwächen auf.

Ein Schwachpunkt dieser Definition ist, zweifelsohne, dass sie den Mensch, zu sehr, in den Mittelpunkt stellt.

So könnte es, durchaus sein, dass auch andere Lebewesen, als der Mensch, Philosophien entwickeln (können). Und daher sollte, eine jede, möglichst allgemein-umfassende Definition, von Philosophie, nicht zu menschbezogen sein, und sollte, demzufolge, nicht die Möglichkeit, dass auch andere Lebewesen Philosophie(n) entwickeln (können), von vornherein, ausschließen.

Manch religiöse Texte, gelten, für manch Religiös-Gläubige, als von Gott, oder anderen 'Höheren Wesen', stammend.
Und wenn daher Philosophie ZU MENSCHBEZOGEN definiert wird, wird es, in vielen Fällen schwer, bis unmöglich, zu erklären, was das Philosophische, zB, in und an 'Heiligen Schriften', wie der Bibel oder dem Koran ist.

Des Weiteren, lässt die Definition von PhilLex, auch viele Kleinere-Philosophien, unberücksichtigt - wie zB Lebensphilosophien, die, dem Einzelnen, nur über die nächsten Tage hinweghelfen (sollen).

Und die Behauptung, dass (die) Philosophie die Einzelwissenschaften zur Voraussetzung hat, ist, schlicht und ergreifend unzutreffend.
Denn: Viele Religions-, Moral- oder Rechtssysteme, viele Unternehmens-Philosophien, viele Politische-Philosophien, und, viele Lebensphilosophien, beziehen sich in keinster Weise auf Einzelwissenschaften, noch haben sie mit Wissenschaft überhaupt etwas am Hut.

Kommentare:

Greeven hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Greeven hat gesagt…

"allgemein-umfassenden Definition des Phänomens Philosophie" finde ich eine sehr gute Ausdrucksweise.
Die Definition wird bezüglich des Menschen "unfair", da sie ihn erwähnt. Es würde reichen, wenn der erste Absatz nach dem ersten Weltganzen endet. Denn der Mensch gehört zum Weltganzen und wird mit seiner expliziten Erwähnung nur unnötig hervorgehoben.

Kleine Lebensphilosophien sehe ich aber nicht ausgelassen oder vergessen, da auch diese schließlich zum Weltganzen gehören.

Philosophie und Wissenschaft werden als etwas Getrenntest betrachtet, was nicht sinnvoll ist, da das Philosophieren ja Wissen schafft. Philosophie ist eine Wissenschaft! Eine Wissenschaft, die mit nichts beginnt, da sie die erste ist.
Hier sehe ich den größten Fehler der Definition: Eine Anschauung bedarf meiner Auffassung nach einem Sinn. Wie soll ich etwas theoretisch anschauen können, wenn ich die Praxis dazu benötige?

Aber ist es "nur" eine "allgemein-umfassende Definition des Phänomens Philosophie", dann ist das Hervorheben des Menschen für mich nicht weiter schlimm, da alle uns bekannten Philosophien des Menschen wegen bzw auf Grund des Menschen existieren. Da möchte ich der Menschheit diese Arroganz bei der Formulierung lassen. :)