16.4.08

Es gibt keine Tatsachen? Alles Existente, ist bloß (eine) Interpretation?

Der folgende Dialog, ist fiktiv, und bezieht sich auf den Beitrag Meinung-Erkenntnistheorie Nr. 1:

Niki (fiktiver Gesprächspartner): Hallo Mulmi.

Mit deiner These, dass es nicht sinnvoll ist, auf Dauer, Tatsachen zu leugnen, hast du dich ziemlich in die Nesseln gesetzt.
DENN, oh Mulmi: Es gibt keine Tatsachen!

Alles, ist nur Interpretation!

Mulmi: Alles, nur Interpretation?

Wenn deine Information, dass es keine Tatsachen, sondern, nur Interpretationen gibt, TATSÄCHLICH wahr sein sollte - sprich: wenn sie TATSÄCHLICH zutrifft -, dann bin ich, mit einem Schlag, um eine Menge Sorgen leichter - und mit mir, viele andere Menschen.

So bräuchten sich die Menschen etwa, im tschechisch-österreichischen Grenzgebiet, keine weiteren Sorgen mehr zu machen, dass sich, eventuell, im tschechischen Kernkraftwerk Temelin ein ähnlicher Störfall ereignen könnte, wie dereinst in Tschernobyl.
DENN: Wenn es keine Tatsachen, sondern, ausschließlich Interpretationen gibt, so trifft dies, logischerweise, auch auf Kernkraftwerke zu, und die Existenz, des Kernkraftwerks in Temelin, wäre demnach Nichts-Tatsächliches, sondern, Reine-Interpretation.
Und vor einem Kernkraftwerk, das nicht tatsächlich existiert, und das, bei genauer Betrachtung, nichts weiter ist als eine Interpretation, braucht man sich nun wirklich nicht zu fürchten - ODER?

Sollte sich daher deine Information, dass alles Reine-Interpretation ist, TATSÄCHLICH, als zutreffend erweisen, wäre das Ereignis eines Super-GAUs nichts wirklich Schlimmes mehr.

Ein Super-GAU, und die sich aus ihm ergebenden Folgen, wären dann nichts weiter, als Bloße-Interpretation.
Und da ein Super-GAU, und die sich aus ihm ergebenden Folgen, nichts weiter wären, als Reine-Interpretation, müsste man, meiner Meinung nach, die Menschen, die heute in unmittelbarer Umgebung von Tschernobyl leben, und, an diversen Folgeerkrankungen des Super-GAUs leiden, umgehendst dahingehend informieren, dass sich der Super-GAU, 1986, im Kernkraftwerk Tschernobyl, im Grunde, nicht tatsächlich ereignet hat, und dass ihre Folgeerkrankungen, wie beispielsweise Leukämie, BLOSS, eine Frage der Interpretation sind.

Man müsste, sofort nach Tschernobyl aufbrechen, und, entsprechende Aufklärung betreiben!

Was aber, wenn ich in Tschernobyl bin, und man mich fragt, warum, AUSGERECHNET, rund um Tschernobyl, die Zahl der Krebserkrankungen um ein Vielfaches höher ist, als im Rest der Ukraine?

Was, soll ich dann sagen?

Soll ich sagen, dass dies Zufall ist?

Oder, soll ich vielleicht darauf hinweisen, dass auch rund um Atomwaffentestgebiete - wie beispielsweise in Utah - die Krebserkrankungsrate, im Vergleich zum Rest des Landes, überproportional hoch ist?

Was, ist deine Meinung?

Kommentare:

Greeven hat gesagt…

Ich würde sagen, dass Tatsache und Interpretation richtig definiert werden müssen. Man hat zwar Vorstellungen, was diese Wörter bedeuten, aber einmal angefangen das Wort "Tatsache" erkenntnistheoretisch ganz genau zu nehmen, kommt nur kauderwelsch raus.

Das gibt es leider viel zu oft in der Philosophie.

Mulmi hat gesagt…

@ greeven

... und da es immer wieder Kauderwelsch in der Philosophie gibt muss man - wie ich meine - immer wieder aufs Neue versuchen diesen zu 'durchpflügen' und zu 'lichten'.

Das Ziel (in) der Philosophie muss sein: Klarheit zu erlangen - und damit meine ich auch Klarheit in der Sprache!

Ich glaube allerdings nicht, dass es dermaßen schwierig ist möglichst allgemein zu definieren was eine Tatsache und was eine Interpretation ist.

Im Allgemeinen-Sprachgebrauch wird der Begriff 'Tatsache' zumeist dahingehend verstanden und verwendet, dass eine Tatsache etwas Existentes oder eine zutreffende/ wahre Aussage über etwas Existentes ist.
Und eine Interpretation ist, zumeist, eine subjektive Deutung, einer Tatsache.

Lg mulmi