14.7.09

Die Bedeutung des Begriffs 'Sein', im Allgemeinen-Sprachgebrauch, und die Frage nach Sein oder Schein bzw Nicht-Sein

Der folgende Dialog orientiert sich an einer realen Diskussion im Philosophie Form : Sein Wahrheit und Wirklichkeit:

Niki: Lieber Mulmi, du verwendest den Begriff 'Sein', mitunter, auf eine sehr sonderbare Art und Weise.

So fragst du beispielsweise, immer wieder mal, in Diskussionen, oder in einem deiner Texte, 'Was ist das Sein der Liebe?', 'Was ist das Sein des Raums?', 'Was ist das Sein der Zeit ?' - und jetzt fragst du mich, was, meinem Dafürhalten nach, das Sein der Philosophie sein könnte...

Wenn du jedoch den Begriff 'Sein' auf eine derart ungewöhnliche Art und Weise verwendest, solltest du dir stets darüber im Klaren sein, dass du das wonach du fragst, und das du als Sein bezeichnest, vergegenständlichst, und damit zu etwas Wesenhaftem, etwas Quasi-Beseeltem erhebst!

Mulmi: Um ehrlich zu sein: Ich verstehe nicht ganz was du meinst!

Im Allgemeinen-deutschen-Sprachgebrauch wird der Begriff 'Sein', in der Mehrzahl, NICHT derart verwendet und verstanden, dass etwas, das als Sein bezeichnet wird, notwendigerweise, etwas Wesenhaftes SEIN MUSS, das lebendig oder beseelt ist!

Wenn jemand zB die Frage stellt, ob die wunderbare Landschaft, von welcher er letzte Nacht geträumt hat, Sein oder Schein ist, kann nicht, alleine, aufgrund der Stellung dieser Frage, zwangsläufig und zutreffender Weise, geschlussfolgert werden, dass der Fragende die Landschaft, nach der er fragt, als (ein) Wesen betrachtet.

Alleine die Frage nämlich, ob etwas (ein) Sein ist oder (ein) Schein, enthält noch keinerlei Informationen dahingehend, ob das, wonach gefragt wird, ein Wesen ist, oder, ob es eventuell vom Fragenden als etwas Wesenhaftens eingeschätzt wird.

Im Allgemeinen-deutschen-Sprachgebrauch wird die Frage, ob etwas Sein oder Schein ist, meist derart interpretiert, dass, mit Hilfe dieser Frage, im Grunde, herausgefunden werden soll, ob das Erfragte 'nur' in Form eines Scheins (zB als Traum oder als Wahrnehmungs-Illusion) existiert, oder ob es vielmehr auch eine Existenz jenseits des Scheins besitzt.
Soll heißen:
Wenn ich einzig und alleine danach frage, ob die Schere, der Hut, die Landschaft, usw usf, von der ich geträumt habe, Sein oder Schein ist, werden wohl die meisten Deutsch sprechenden Menschen meine Frage derart verstehen, dass ich wissen möchte, ob das von mir Ge- und Erträumte 'nur' in meiner subjektiven Traum-Welt existiert, oder es auch jenseits, meiner traumhaften Wirklichkeit, (eine) Existenz besitzt.

Der Begriff 'Sein' wird somit, in der Frage, ob etwas Sein oder Scheint ist, im Allgemeinen-deutschen-Sprachgebrauch, mit den Begriffen 'Reale-Existenz' bzw 'Reale-Wirklichkeit' gleichgesetzt.

Sein (in der Frage nach Sein oder Schein) = Reale-Existenz = Reale-Wirklichkeit

Und ähnlich, verhält es sich mit der Frage nach SEIN ODER NICHT-SEIN!

Stelle ich alleiniglich die Frage in den Raum, ob Sein oder Nicht-Sein, so wird meine Frage, gemäß dem Allgemeinen-deutschen-Sprachgebrauch, von vielen entweder als Frage nach Leben oder Tod, oder aber, als Frage nach Existenz oder Nicht-Existenz bzw nach Wirklichkeit oder Nicht-Wirklichkeit verstanden werden.
Und dies bedeutet, dass, in der Frage nach Sein oder Nicht-Sein, im Allgemeinen-deutschen-Sprachgebrauch, der Begriff 'Sein' ENTWEDER mit dem Begriff 'Leben' ODER ABER mit dem Begriff 'Existenz' bzw 'Wirklichkeit' identifiziert und gleichgesetzt wird.

Sein (in der Frage nach Sein oder Nicht-Sein) = Leben
ODER ABER:
Sein (in der Frage nach Sein oder Nicht-Sein) = Existenz bzw Wirklichkeit

Diese beiden Beispiele (von Sein oder Schein und von Sein oder Nicht-Sein), zeigen nicht nur, dass der Begriff 'Sein', im Allgemeinen-deutschen-Sprachgebrauch, nicht automatisch die begriffsinhaltliche Bedeutung Wesen in sich tragen muss.
Sie zeigen, meiner Meinung nach, des Weiteren auf, welche Grundbedeutung dem Begriff 'Sein', im Allgemeinen-deutschen-Sprachgebrauch, gegenwärtig zukommt.
DENN: Im Allgemeinen-deutschen-Sprachgebrauch wird der Begriff 'Sein', regelmäßig, als eine Form von Existenz bzw Wirklichkeit, oder als Existenz bzw Wirklichkeit im allgemeinen Sinne, verstanden und verwendet.

Und da ich mich in meiner Verwendung wesentlicher philosophischer Begriffe - so sie nicht rein-fachspezifisch sind -, stets, an deren Grundbedeutung im Allgemeinen-Sprachgebrauch, der jeweiligen Zeit, orientiere, kann es sich folglich nur um ein Missverständnis handeln, wenn der Eindruck entsteht, dass ich, in der Frage 'Was ist das Sein von Philosophie?', den Begriff 'Sein' derart verstehe und verwende, dass er etwas Wesenhaftes, im Sinne eines Lebewesens oder etwas Beseelten, in sich trägt.

So viel, hierzu.

Natürlich hätte ich die Frage 'Was ist das Sein der Philosophie?' auch anders stellen können.

Ich hätte genauso gut den Begriff 'Sein' aus der Frage ausklammern und stattdessen 'einfach' fragen können 'Was ist Philosophie?'.
Hätte ich einfach gefragt 'Was ist Philosophie?', hätte die Frage, vermutlich, zu keinem interpretatorischen Missverständnis geführt, und, sie wäre verständlicher gewesen...

2.7.09

Modellwelt(en)

Der folgende Dialog orientiert sich an einer realen Diskussion im 'twitter - PhilosophieBLOG' (http://www.twitter.com/PhilosophieBLOG), mit dem User Peter Sloterdijk:

Peter Sloterdijk: Modellwelt.

Mulmi: ... und diese/ eine Modellwelt, wird von etwas Modelliert, das selbst nicht das Modell ist!

Oder: Anders ausgedrückt:

'Vor' dem Modell, 'steht' stets das Modellierende!

'Auf der Suche nach dem Nicht-(nur-)Subjektiven, im Subjektiven!

1.7.09

Gedicht: Wenn du die Trennung dennoch möchtest - dann, soll es so sein!

Du bist für mich das zweit- oder drittgrößte Thema meines bisherigen Lebens!

Und: Ich halte es für durchaus möglich, dass DU, FÜR MICH, - eines Tages vielleicht - das größte Thema meines Lebens werden könntest!

Ich weiß, dass AUCH ICH, FÜR DICH, ZUMINDEST, das zweit- oder drittgrößte Thema DEINES Lebens bin!

Und daher wäre es dämlich - ÜBERAUS DÄMLICH - wenn sich unsere Wege trennen würden!

ABER: Wenn du die Trennung dennoch möchtest - DANN, soll es so sein!

Studie-Psychologie: Mal was Gutes und dann mal wieder etwas Böses tun

Sonya Sachdeva, von der Northwestern University in Evanston, hat in einer klein angelegten Studie aufgezeigt, dass Menschen, wenn sie ein bestimmtes Maß an, ihrer Meinung nach, moralisch guter Taten gesetzt haben, diese durch weniger gute Taten gleichsam 'auszugleichen' versuchen.

Link: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/304812.html

29.6.09

Nach der unfreiwilligen Trennung, wirkt der ehemalige Partner, 'plötzlich', wesentlich attraktiver

Das Seltsame ist, dass Partner, von denen man unfreiwillig verlassen wurde, im Nachhinein, nach der Trennung, wesentlich attraktiver auf einen wirken, als noch zuvor!

Jeder, der eine Theorie 'künstlich' erstellt, bedient sich dabei einer bereits (vorher) vorhandenen Theorie

Ohne eine bereits (vorher) vorhandene Theorie, kann es eine nachfolgende, 'künstlich' erstellte Theorie nicht geben!
DENN: Jeder, der eine Theorie 'künstlich' erstellt, bedient sich dabei einer bestimmten, für ihn bereits vorhandenen, Theorie!

Oder: Anders ausgedrückt:

Jede 'künstlich' erstellte Theorie, wird von einer anderen, vor ihr bereits vorhandenen Theorie begründet, und, mit ihrer Hilfe konstruiert!

26.6.09

Warum die eine Philosophie-Definition der anderen vorzuziehen ist

Die Definition, dass Philosophie etwas ist, das für etwas (Anderes) eine theoretisch-logische Ausgangsbasis bildet, ist deshalb der Definition, dass Philosophie die Liebe zur Weisheit ist, vorzuziehen, da die Beurteilunsgkriterien dafür, was eine Theorie und was Logik ist, weitaus allgemeingültiger sind, als jene, was Weisheit und was Liebe ist!

18.6.09

Ich beneide dich!

Ich vermute, dass man in den meisten Fällen jemand um etwas beneidet, dass dieser, im Grunde, nur scheinbar oder nicht besitzt!

11.6.09

Online-Film-Biologie: 'HOME'

Der Film befasst sich mit dem Thema Umweltzerstörung und den sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Bis 14.6. noch kostenlos auf Youtube zu sehen.
Dauer: 1 h 33 min

Link: http://www.youtube.com/homeprojectDE

9.6.09

Woran ist allgemein erkennbar, dass man philosophiert?

Der folgende Dialog ist fiktiv:

Niki: Ab wann philosophiert man?

Oder: Anders gefragt: Woran ist allgemein erkennbar, dass man philosophiert?

Mulmi: Dass man philosophiert ist allgemein daran zu erkennen, dass man versucht, für etwas, eine theoretisch-logische Begründung bzw Ausgangsbasis zu schaffen!

Wenn ich zB nicht nur (ein wenig) über ein bestimmtes Ereignis in meinem Leben nachdenke, sondern - darüber hinaus - über dieses Ereignis philosophiere, dann versuche ich, für dieses bestimmte Ereignis, eine theoretisch-logische Begründung bzw Ausgangsbasis zu schaffen.

8.6.09

Aufmerksamkeit ist nicht alles - Gefühle haben einen direkten Einfluss auf den Umfang des subjektiven Wahrnehmens und somit auch auf die Qualität des Lernens

Taylor Schmitz und seine Kollegen, von der Universität Toronto, konnten in einer Studie [1] zeigen, dass - unabhängig vom Level der Aufmerksamkeit - unsere jeweilige emotionale Stimmung direkten Einfluss nimmt auf den Umfang unserer Wahrnehmung. Eine positive Grundstimmung erweitert das 'Gesichtsfeld', und, es werden selbst eher nebensächliche Informationen wahrgenommen und erinnert, wohingegen eine negative Grundstimmung dazu führt, dass sich das 'Gesichtsfeld' verengt und Informationen aus dem Wahrnehmungsstrom ausgeblendet werden.

Für das Lernen bedeutet dies:

'Aufmerksamkeit alleine reicht nicht!
DENN: Wer sich positiv fühlt, bekommt mehr mit!'

Aber: Leider auch eine weitere Schlussfolgerung legt diese Studie nahe:

Auch wenn sich ein Lernender noch so sehr um Aufmerksamkeit - zB im Unterricht - müht:
Wenn er sich schlecht fühlt - da er beispielsweise unglücklich ist - wird er das Dargebotene verhältnismäßig weniger umfangreich und gut wahrnehmen bzw aufnehmen können, als jemand der sich gut und glücklich fühlt!


Quelle:
1.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/304150.html

4.6.09

Jede Art der Wahrnehmung, des Erkennens und des Urteilens, setzt Wissen und eine Erkenntnistheorie voraus

Der folgende Beweis, ist ein philosophisch-rationaler Beweis:

Jede Art der Wahrnehmung, setzt eine (zumindest rudimentäre) Erkenntnistheorie voraus!
DENN: Wahrnehmung ist eine Fähigkeit und ein Instrument, das primär dazu dient sich in der Wirklichkeit, in der man sich befindet, zu orientieren - und um sich solcherart, erfolgreich, durch seine jeweilige Lebenswirklichkeit zu bewegen, potentielle Beute oder Fortpflanzungpartner aufzuspüren, und, um vor möglichen Feinden zu entfliehen.

Und jede Art des (Sich-)Orientierens, setzt ihrerseits die Fähigkeit voraus (etwas) zu erkennen!

'Nur dann nämlich, wenn ich in der Lage bin, in der jeweiligen Lebenswirklichkeit, in der ich mich befinde, mir bekannte Strukturen (wieder) zu erkennen, kann ich mich, zB, gezielt von A nach B bewegen, und/ oder meiner Beute folgen!'

Doch wer erkennt, der urteilt!
DENN: Es ist stets ein Urteil, etwas, aus dem Strom an Informationen, welche die Wahrnehmungsorgane von der jeweiligen Lebenswirklichkeit liefern, als bekannt - oder als groß oder klein, rund oder eckig, hell oder dunkel, oder als grün oder rot - einzustufen.
Und: Da man nur dann etwas erfolgreich, zB als bekannt, einzustufen in der Lage ist, wenn man, zum Einen, über ein gewisses Maß an (auch angeborenem) Wissen, und, andererseits, über einen (Urteils-)Maßstab verfügt, der regelhaft festlegt, ab wann zB etwas zutreffend oder bekannt ist - und an dessen Regeln bzw Festlegungen man sich, in seinem Urteilen, orientieren kann -, ist einsichtig, dass jeder Art des Erkennens - und somit, in der Folge, auch jeder Art der erfolgreichen Wahrnehmung - eine, zumindest rudimentäre Erkenntnistheorie zugrundeliegen muss!

Für alle wahrnehmenden Lebewesen gilt daher:

Ohne eine, zumindest rudimentäre Erkenntnistheorie, und, ohne Wissen, keine Art des Urteils!
Ohne Urteil, kein Erkennen!
Und: Ohne Erkennen, keine Wahrnehmung!

2.6.09

Studie: Sind Männer die begabteren Mathematiker?

Seit Generationen hält sich bereist die Sichtweise, dass Frauen mathematisch weniger talentiert seien als Männer. Ganz nach dem Motto: 'Frauen tun sich halt schwerer, mit Zahlen!' Janet Hyde und Janet Mertz von der Universität Wisconsin konnten nun allerdings in einer Studien aufzeigen, dass es sich bei dieser Sichtweise um ein unzutreffendes Vorurteil handelt.

Link: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/304041.html